17.09.2025 | Knapp ein Jahr nach der Übernahme durch den chinesischen Industriekonzern Haier Smart Home kündigt die Co2oltec Kältetechnik GmbH – mit Standorten unter anderem in Mainz-Kostheim – den Bruch mit dem geltenden Flächentarifvertrag an. Durch den Wechsel von der Vollmitgliedschaft im Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie NRW in den OT-Verband entzieht sich das Unternehmen bewusst der tariflichen Verantwortung.
Als Vorwand dient die Behauptung, man müsse sich aus dem „starren Konstrukt“ eines Tarifvertrags lösen und künftig angeblich markt- und leistungsorientiert vergüten. Die IG Metall bewertet diesen Schritt als offenen Angriff auf die Arbeits- und Einkommensbedingungen der Beschäftigten – ein kalkulierter Versuch, bewährte Standards zu schleifen und Kosten auf dem Rücken der Belegschaft zu senken.
„Die Entscheidung des Arbeitgebers ist schlicht falsch und rein kostengetrieben. Das akzeptieren wir nicht. Die Belegschaft ist zurecht sauer und enttäuscht“, betont Javier Pato Otero, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Mainz-Wiesbaden. „Unsere Tarifverträge sind flexibel – vorausgesetzt, das Unternehmen sucht den Dialog mit uns. Doch genau dieser Schritt ist bislang ausgeblieben.“
Der Betriebsrat am Standort Mainz-Kostheim stellt sich geschlossen gegen die angekündigte Tarifflucht. Die Ankündigung der Tarifflucht hat die Kolleginnen und Kollegen im Betrieb verunsichert“, sagt Michael Christ, Betriebsratsvorsitzender der Co2oltec Kältetechnik GmbH in MainzKostheim. „Was einst tariflich geregelt war, wird nun unter Haier zur Verhandlungssache – mit fragwürdiger Agenda. Wir als Betriebsrat stehen fest und solidarisch an der Seite der Belegschaft“, ergänzt Christ.
Nach der Übernahme durch den chinesischen Konzern Haier Smart Home droht der deutschen Kältetechnik ein eiskalter Bruch mit sozialen Standards. Gemeinsam mit Betriebsrat und Belegschaft geht die IG Metall entschlossen in die Auseinandersetzung. „Tarifbindung ist kein bürokratisches Detail – sie ist das Fundament für faire Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit. Wir werden uns mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die Beschäftigten nicht die Zeche für die Kostensenkungspläne des Unternehmens zahlen müssen. Die Botschaft ist unmissverständlich: Wer versucht, bewährte Arbeitsbedingungen zu untergraben, bekommt es mit uns und den Beschäftigten zu tun“, so Pato Otero.